Kleinwindanlagen

Anlagen mit einer Gesamthöhe von maximal 30 Metern bezeichnen wir als Kleinwindanlagen. Ihre Jahresleistungen liegen zwischen 5 und 30 Kilowattstunden. Im Vergleich der Gestehungskosten schneiden Kleinwindanlagen gegenüber Grosswindanlagen schlechter ab. Eine Kilowattstunde generiert Gestehungskosten zwischen 30 Rappen und einem Franken. Auch die Umweltauswirkungen sind höher: Die Produktion von einer Kilowattstunde Strom erzeugt 30 bis 150 g CO2-Äquivalent.

Die Kleinwindanlage hat den Vorteil, dass für die Erstellung im Siedlungsgebiet ein erleichtertes Bewilligungsverfahren durchgeführt werden kann und sie keiner kantonalen Planungspflicht unterliegt. Es gilt aber, dass die Anlage ins Ortsbild passen muss und der Bau in der Zone, in der sie geplant ist, vorgesehen ist. Damit eine Kleinwindanlage optimal funktioniert, muss sie so positioniert sein, dass sie bestmöglich vom Wind angeströmt wird.

Kleinwindanlage

Die Abwägung, ob eine Kleinwindanlage für eine bestimmte Liegenschaft sinnvoll ist, kann nicht generell getroffen werden. Alternativen wie Energieeffizienzmassnahmen oder Photovoltaik zur Stromerzeugung sind oftmals wirtschaftlicher und ökologischer. Kleinwindanlagen können aber zu einer unabhängigen Versorgung von abgelegenen Gebäuden beitragen. Es lohnt sich, Fachpersonen für die Beurteilung hinzu zu ziehen.

Bewilligungsprozess:

Eine Baubewilligung für eine Kleinwindanlage zu erhalten, ist nicht sehr aufwendig, sofern die Anlage im Siedlungsgebiet erstellt werden soll. Dort gilt ein erleichtertes Bewilligungsverfahren, aber die Anlage muss ins Ortsbild passen. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten sind Kleinwindanlagen nicht zulässig. In der Landwirtschaftszone ist der Kanton St. Gallen die Bewilligungsinstanz.

Warum kleine Windräder?

Nicht überall lassen sich grosse Windräder sinnvoll oder genehmigungsfähig aufstellen.

Gerade in alpinen Regionen, auf Bauernhöfen oder in abgelegenen Betrieben können kleine Windanlagen jedoch eine wertvolle Ergänzung der lokalen Energieversorgung sein.

Wo grosse Windräder nicht möglich sind

In Skigebieten, auf Alpwirtschaften, Berghütten oder landwirtschaftlichen Betrieben fehlt oft der Platz, die Zufahrt oder die Netzanschlussleistung für grosse Windräder. Auch landschaftliche oder rechtliche Einschränkungen (z. B. Schutzgebiete oder Mindestabstände) können den Bau verhindern.

Hier bieten Kleinwindanlagen eine flexible und leise Lösung – mit geringem Fundamentbedarf und einfacher Installation.

Eigenverbrauch statt Einspeisung

Kleine Windräder sind besonders dann sinnvoll, wenn der Strom direkt vor Ort genutzt werden kann – etwa für:

  • den Betrieb von Skiliften, Pumpen oder Beschneiungsanlagen,
  • den Eigenbedarf auf Bauernhöfen oder Gewerbebetrieben,
  • oder die Versorgung abgelegener Gebäude ohne Netzanschluss.

So entsteht unabhängige und dezentrale Energieversorgung, ähnlich wie bei einer Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach.

Ergänzung zu Solarstrom

Wind und Sonne ergänzen sich ideal: Wenn im Winter oder nachts kaum Solarstrom produziert wird, weht oft Wind.

Kleine Windräder können so den Eigenverbrauch optimieren und den Einsatz von Batterien oder Dieselgeneratoren reduzieren.

Fazit

Kleine Windräder sind keine Konkurrenz zu grossen Windparks, sondern eine sinnvolle Ergänzung im dezentralen Energiesystem.
Überall dort, wo grosse Anlagen nicht passen, können sie sichtbare Zeichen für lokale Energieproduktion setzen – und gleichzeitig helfen, den Eigenbedarf mit sauberem Toggenburger Windstrom zu decken.

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